Bürgerinfo

 

  

  

Presse

Landau, 13. Februar 2012

Fernwärmeauskoppelung des Geothermiekraftwerkes überschreitet erstmals die 1 MW Grenze

Neben einer umweltfreundlichen und grundlastfähigen Stromerzeugung liefert das Geothermiekraftwerk in Landau seit Ende 2010 die Wärmeversorgung für die beiden Wohngebiete "Quartier Vauban" und "Cité Dagobert". Durch die kalte Witterung in den vergangenen Tagen läuft die Fernwärmeauskoppelung am Kraftwerk derzeit auf vollen Touren, so dass erstmals die 1 MW- Grenze überschritten werden konnte. Damit wird die Grundlast im Fernwärmenetz in Landau momentan rein aus Fernwärme der Geothermieanlage eingespeist. Das Gas- und Ölheizwerk wird nur noch für Lastspitzen eingesetzt und kann in der übrigen Zeit ausgeschaltet bleiben. Dadurch können direkt fossile Brennstoffe eingespart und weniger CO2 in die Atmosphäre freigesetzt werden. Für die Bereitstellung von Fernwärme nutzt das Kraftwerk das Prinzip der indirekten Wärmeübertragung, bei dem das geförderte Thermalwasser seine nach dem Stromerzeugungsprozess verbliebene Restwärme auf das Heizwasser überträgt. Beide Wasserströme sind dabei durch eine wärmedurch- aber stoffundurchlässige Wand getrennt, sodass das Thermalwasser in einem eigenen geschlossenen Kreislauf zirkuliert. An das Fernwärmenetz in Landau sind neben Ein- und Mehrfamilienhäusern auch öffentliche Gebäude sowie Schulen angeschlossen. Das Geothermiekraftwerk hat in den vergangenen zwei Jahren eine Verfügbarkeit von über 85 Prozent erreicht.

Downloadbereich

Fotos

Eindrücke



Luftbilder



Bauphase



Broschüren und Berichte

 geo x Info-Flyer

 BINE Projektinfo


Schemata

 Schema Hydrothermale Geothermie Landau

 ORC-Anlage

Ombudsmann

Als unparteiischer Schiedsmann dient der Ombudsmann als Ansprechpartner für alle Bürger, die einen mutmaßlich durch den Betrieb des Geothermiekraftwerks verursachten Schaden zu melden haben. Der Ombudsmann ist von der Stadt Landau eingesetzt und soll bei der neutralen Begutachtung von Schadensfällen helfen. Er wird sich dabei häufig vor Ort selbst ein Bild machen oder auf neutrale Sachverständige zurückgreifen.
Das Amt übernimmt Herr Dieter Morgenroth, früherer Vorsitzender Richter am OLG in Zweibrücken. Die Kontaktaufnahme ist über die von der Stadt eingerichtete Email-Adresse [geothermie-beschwerde@landau.de] oder Telefonnummer [06341 13 9050] jederzeit möglich.

Ombudsmann Geothermie
Dieter Morgenroth
Rathaus, Marktstraße 50
76829 Landau in der Pfalz
E-Mail: geothermie-beschwerde@landau.de
Telefon: 06341 13 9050

Messnetz Bodenschwingungen in Landau

Durch viele Ursachen kann in Landau kurzzeitig der Boden schwingen. Der Anlass können natürliche Erbeben, Baustellen in der Stadt, Erdölgewinnung, Sprengungen in den Steinbrüchen im Umkreis, Schwerlastverkehr, Überschallknall von Flugzeugen und starker Donner bei Gewittern sein. Immer wieder kommt es aber auch zu Bodenschwingungen, die durch das Geothermiekraftwerk ausgelöst werden.

Sicherer Kraftwerksbetrieb

Die Sicherheit der Bevölkerung und der Gebäude stehen für den Kraftwerksbetrieb an erster Stelle. Es ist daher immer das Ziel, die Schwingungen unterhalb der Spürbarkeitsgrenze zu halten. Dafür messen wir sehr aufwändig die Bodenbewegungen im Stadtgebiet von Landau. Dieses Messnetz hat die Aufgabe, die Erschütterungsemissionen des Kraftwerkes klein zu halten. Schon bei der Messung kleinster Bodenbewegungen wird die Fahrweise des Kraftwerks angepasst, um weitere Seismizität zu vermeiden.

Vergleichswerte

Die Bodenbewegung wird als Geschwindigkeit in Millimeter pro Sekunde (mm/s) gemessen. Spürbar sind Bodenschwingungen ab etwa 0,2 mm/s.
Einige Beispiele für natürliche und künstliche Bodenbewegungen:

0,2 mm/s - Gewitter
0,2 mm/s - Schwerlastverkehr, 20 m Entfernung
0,3 mm/s - Überschallknall
2 mm/s - Presslufthammer, 10 m Entfernung
5 mm/s - Abrissarbeiten, 100 m Entfernung

Um einzuschätzen, welche Bodenbewegungen zulässig sind, orientiert man sich in Deutschland häufig an einer Norm. Diese DIN 4150 gibt dabei für verschiedene Gebäudetypen einen Anhaltswert vor, "... bei dessen Einhaltung ein Schaden nicht eintritt". Diese Anhaltswerte sind:

3 mm/s - Besonders empfindliche (z.B. denkmalgeschützte) Gebäude
5 mm/s - Wohngebäude
20 mm/s - Gewerblich genutzte Gebäude

Das Messnetz

Das Messnetz in Landau besteht aus 7 Messstationen, die im gesamten Stadtgebiet verteilt sind. Sie messen neben den gegebenenfalls durch den Kraftwerksbetrieb ausgelösten Schwingungen auch alle anderen künstlichen und natürlichen Bodenbewegungen.
Die Stationen sind dabei so aufgestellt, dass für jeden Punkt in Landau eine hinreichend genaue Aussage über die Bodenbewegung getroffen werden kann. Jede Station zeichnet Erschütterungen in horizontaler (X, Y) und vertikaler (Z) Richtung auf. Sie ist über Funk mit einer Zentrale verbunden, die ununterbrochen die Messwerte auswertet. Wird an mehreren Stationen gleichzeitig eine Erschütterung aufgezeichnet, werden die Messwerte automatisch in eine Tabelle eingetragen.

Sie können die aktuellen Aufzeichnungen direkt abrufen:

IMMISSIONSMESSNETZ

Erläuterungen zur Liste

Datum:  Datum und Uhrzeit, an dem das Ereignis aufgezeichnet wurde
Maximum:  Maximal aufgezeichnete Bodenschwinggeschwindigkeit in mm/s
Station:  Name der Station
Status:  Bewertung des Ereignisses:
   Automatik - noch nicht bewertet
   Ereignis - Erschütterung in Landau
   Fernbeben - Erbeben außerhalb Landaus
   Gewitter/Überschallereignis - Bodenbewegung durch Schall

Alle Aufzeichnungen durchlaufen nach der automatischen Messung eine Qualitätssicherung. Dabei werden fehlerhafte Daten gelöscht. Eine Liste aller Daten inklusive der gelöschten Daten steht hier zur Verfügung.

Lage der Messstationen